Warum Maßhaltigkeit im 3D-Druck anders gedacht werden muss
Additive Fertigungsverfahren bauen Bauteile schichtweise auf, wobei thermische Prozesse (insbesondere bei Metall-SLM) Schrumpfung und Eigenspannungen verursachen können. Dadurch liegen die erreichbaren Standardtoleranzen im 3D-Druck je nach Verfahren typischerweise im Bereich von ±0,1 bis ±0,3 mm bei kleineren Abmessungen, bei größeren Bauteilen oft als prozentualer Anteil der Nominallänge.
Für Funktionsflächen mit engeren Anforderungen – etwa Passungen, Lagersitze oder Dichtflächen – reicht die additive Standardtoleranz häufig nicht aus. Hier wird gezielt ein Aufmaß konstruiert und die Fläche anschließend spanend nachbearbeitet, um die geforderte Maßhaltigkeit zuverlässig zu erreichen.
Wie sich Maßhaltigkeit in der Praxis sicherstellen lässt
Verlässliche Maßhaltigkeit entsteht nicht zufällig, sondern durch das Zusammenspiel aus Konstruktion, Prozessparametern und Prüfung.
- Funktionskritische Toleranzen von vornherein in der Konstruktion ausweisen und mit dem Fertigungspartner abstimmen
- Aufmaß für spanende Nachbearbeitung bei engen Passungen gezielt einplanen
- Erstmusterprüfung (z. B. 3D-Scan, Koordinatenmessung) bei neuen Bauteilen zur Validierung der Maßhaltigkeit
- Serienstreuung durch stabile, dokumentierte Prozessparameter minimieren, besonders relevant bei Kleinserien und Serienfertigung
→ Leistung: Qualitätssicherung
