Maschinenbedienung

3D-Druck-Verfahren Kunststoffe

SLS Verfahren einfach erklärt: Funktion, Vorteile, Materialien und Anwendungen

Selektives Laser Sintern in der Praxis

Was ist das SLS Verfahren?

Das SLS-Verfahren (Selektives Lasersintern) ist ein 3D-Druckverfahren, bei dem ein Laser Kunststoffpulver Schicht für Schicht zu festen Bauteilen verschmilzt. Das umliegende Pulver dient dabei als Stütze, sodass komplexe Geometrien ohne zusätzliche Strukturen möglich sind.

Wie funktioniert das SLS Verfahren (Selektives Laser Sintern) im Detail?

Der SLS-3D-Drucker verwendet einen Laser als Energiequelle. Dieser schmilzt punktuell („selektiv“) ein pulverisiertes Kunststoffmaterial und lässt so Schicht für Schicht ein 3D-gedrucktes Bauteil entstehen. SLS gehört zum Bereich des Laserschmelzens und ist eine der fortschrittlichsten und verlässlichsten 3D-Druck Technologien im Bereich der additiven Fertigung mit Kunststoffen.

Die SLS-Technologie in drei Schritten:

  • Auf Grundlage der CAD-Daten schmilzt der Laser das Kunststoffmaterial im SLS-3D-Drucker exakt an den vordefinierten Punkten.
  • Nach dem Schmelzvorgang senkt sich die Bauplattform und eine neue Pulverschicht wird hinzugefügt und geschmolzen.
  • Dieser Prozess wiederholt sich so lange, bis das Bauteil Schicht für Schicht fertiggestellt ist.

Selektives-Lasersintern ist im Bereich der kunststoffbasierten additiven Fertigung sehr verbreitet. Dies ist vor allem der Überlegenheit der SLS-Technologie in den Bereichen Designfreiheit, hohe Produktivität und geringe Stückkosten zu verdanken. Im Gegensatz zu anderen 3D-Druck-Technologien wie Stereolithografie (SLA) oder Schmelzschichtung (Fused-Deposition-Modeling, FDM) benötigt der SLS-3D-Drucker für die Bauteilherstellung keine zusätzlichen Stützstrukturen. So entstehen besonders komplexe, beinahe unmögliche 3D-Druck-Ergebnisse. Für die Produktion der SLS-3D-Bauteile werden lediglich Pulver und Energie benötigt und keine Bindemittel.

Welche Vorteile hat das SLS Verfahren?

  • Funktionsintegration

    SLS ermöglicht die Herstellung leichter, funktionsintegrierter Bauteile. Sie lassen sich kundenspezifisch und kosteneffizient fertigen – ideal für Prototypen, Robotik-Komponenten oder Greifsysteme.

  • Gefüllte 3D-Druck-Materialien

    Mit SLS entstehen robuste Formteile durch Zusätze wie Glaskugeln, Aluminium oder Flammschutzmittel. Typische Anwendungen sind Zahnräder, Pumpenlaufräder oder Antriebsräder im industriellen Einsatz.

  • Biokompatibilität

    Zudem ist die Herstellung medizinischer Geräte sowie patientenspezifischer Implantate aus sterilisierbarem und biokompatiblem Material möglich. Diese sind kosteneffizienter als Metallimplantate.

  • High-Mix & Low-Volume-Fertigung

    SLS bietet eine kosteneffiziente Alternative für kleine und mittelgroße Serienproduktion 3D-gedruckter Kunststoffbauteile. Dazu gehören beispielsweise Kunststoffgehäuse oder Ersatzteile aus dem SLS-3D-Drucker.

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