Warum Nachbearbeitung kein optionaler Zusatzschritt ist
Ein frisch aus der Maschine entnommenes additiv gefertigtes Bauteil ist in den seltensten Fällen direkt einsatzbereit. Es trägt noch Stützstruktur, Pulverreste in inneren Kanälen oder weist innere Eigenspannungen aus dem Druckprozess auf, die ohne Wärmebehandlung zu Verzug oder vorzeitigem Bauteilversagen führen können. Nachbearbeitung ist deshalb integraler Bestandteil der additiven Fertigung – nicht optionales Finish.
Welche Nachbearbeitungsschritte notwendig sind, hängt stark von Werkstoff, Verfahren und Einsatzzweck ab. Ein medizintechnisches Titanbauteil durchläuft einen deutlich umfangreicheren Prozess als ein unkritisches Prototypenbauteil aus PA12.
Typische Nachbearbeitungsschritte im Überblick
Die konkreten Schritte lassen sich grob in mechanische, thermische und oberflächenbezogene Nachbearbeitung einteilen.
- Entpulvern / Reinigung: Entfernen von losem Pulver, insbesondere aus inneren Kanälen und Hohlräumen
- Stützstrukturentfernung: Mechanisches oder manuelles Entfernen temporärer Stützstrukturen
- Wärmebehandlung: Spannungsarmglühen oder Heißisostatisches Pressen (HIP) zur Reduktion innerer Eigenspannungen und Porosität, besonders bei Metallbauteilen
- Oberflächenveredelung: Gleitschleifen, Strahlen, Polieren oder Beschichten je nach Anforderung an Oberflächengüte und Funktion
- Maßliche Nachbearbeitung: CNC-Nachbearbeitung funktionskritischer Passungen und Gewinde, wenn die additive Toleranz nicht ausreicht
→ Leistung: Oberflächentechnik Kunststoff
→ Leistung: Oberflächentechnik Metall
