Warum Funktionsintegration eines der stärksten Argumente für additive Fertigung ist
In der klassischen Fertigung richtet sich die Bauteilkomplexität nach den Grenzen des Fertigungsverfahrens: Was sich nicht fräsen, gießen oder biegen lässt, muss aus mehreren Teilen zusammengesetzt werden. Jede zusätzliche Schnittstelle bedeutet mehr Montageaufwand, mehr potenzielle Fehlerquellen, mehr Gewicht durch Verbindungselemente und mehr Komponenten in der Lieferkette.
Die additive Fertigung hebt viele dieser geometrischen Grenzen auf. Kanäle, Hohlräume, bewegliche Elemente und komplexe Innengeometrien lassen sich in einem einzigen Druckvorgang realisieren, die bei klassischer Fertigung mehrere Bauteile und Montageschritte erfordert hätten. Das Ergebnis sind weniger Einzelteile, weniger Montagezeit und oft auch weniger Gewicht.
Wo Funktionsintegration in der Praxis ansetzt
Typische Anwendungsfälle für Funktionsintegration liegen dort, wo bisher mehrere Komponenten verschraubt, verklebt oder verschweißt wurden.
- Konturnahe Kühlkanäle direkt im Werkzeug- oder Bauteilinneren statt nachträglich gebohrter Kühlbohrungen
- Integrierte Befestigungs- und Montageelemente statt separater Halterungen
- Zusammenfassen mehrerer Baugruppenteile zu einem Bauteil, um Dichtstellen und Schraubverbindungen zu reduzieren
- Leichtbau durch Integration von Gitter- oder Verstärkungsstrukturen direkt in die Bauteilgeometrie
→ Know-How: Co-Engineering
