MJF / Multi Jet Fusion

Das Mulit Jet Fusion Verfahren, kurz MJF-Verfahren, ist eine additive Herstellungsmethode, die von der Firma Hewlett-Packard (HP) entwickelt wurde und keinen Laser zum Druck benötigt. Die Technologie hier arbeitet auf Pulverbasis. In einem mehrschrittigen additiven Verfahren werden mit Hilfe von sogenannten Agents dreidimensionale Objekte gedruckt. Auf der im Drucker befindlichen Bauplattform wird schichtweise ein gleichmäßig erwärmtes Pulverbett (typischerweise 80 µm dünn) aufgebracht. In einem zweiten Arbeitsschritt wird eine wärmeleitende Flüssigkeit, der Fusion Agent, selektiv auf diese Pulvergrundlage aufgespritzt – je nach vorher digital festgelegter Form. Zur Ausbildung der Kontour wird an den Randbereichen des Bauteils  gleichzeitig eine wärmehemmende Flüssigkeit, der Detailing Agent, auf das Pulverbett aufgebracht. Nachfolgend erwärmt eine Lampe das Arbeitsgebiet. Die abgegebene Wärmeenergie führt zu physikalisch-chemischen Reaktionen zwischen dem Pulver und den beiden Fusion Agents. Dort wo der wärmeleitende Agent auf die Pulverbasis aufgespritzt wurde entsteht ein festes Material. Die drei Arbeitsschritte werden so oft wiederholt, bis das zu druckende Objekt fertig ist. Nach dem Druck muss das Objekt aus dem Baukasten geholt und manuell vom überschüssigen Pulver befreit und gereinigt werden. Die Technologie wurde von HP als Alternative zum Lasersintern entwickelt, in der Praxis zeigen sich allerdings Schwächen hinsichtlich Qualität und Flexibilität im Vergleich zum Selektiven Lasersintern.